Vergleich der Unternehmensformen bei Existenzgründung

3 Jahren
Gründerin eines Unternehmens

Der Weg in die Selbständigkeit ist für viele Menschen eine sehr gute Entscheidung, denn Beweggründe hierzu gibt es viele: Unternehmerische und größere persönliche Freiheit, der Wunsch nach Selbstständigkeit, die Verwirklichung einer Geschäftsidee oder auch die Aufbesserung von Verdienstmöglichkeiten sowie die Alternative zur Arbeitslosigkeit gehören unter Unternehmern zu den am häufigsten genannten Gründen.

FINAVI begleitet kleine und mittlere Unternehmen auf diesem Weg und bietet umfassende Finanzlösungen in den Bereichen Geschäftskonto, Firmenkredite sowie Versicherungen an. Ein Geschäftskonto ist bei den meisten Rechtsformen von vornherein Pflicht, allerdings empfiehlt es sich immer, auch wenn die Gründung zum Beispiel als Einzelperson erfolgt, privaten und geschäftlichen Zahlungsverkehr eindeutig zu trennen. Bei FINAVI ist eine Kontoeröffnung in nur wenigen Minuten möglich.

Mit dem folgenden Vergleich zu den unterschiedlichen Unternehmensformen möchten wir Sie über die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Existenzgründung informieren, denn die gewählte Rechtsform hat auch maßgebliche Auswirkungen auf die unternehmerischen Rechte und Pflichten, Kapitaleinlagen sowie Steuern und Finanzen. 

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Hilfe bei den Gründungsformalitäten
  2. Übersicht der Rechtsformen von Unternehmen und der damit verbundenen Rechte und Pflichten
  3. Unternehmensformen in der Bundesrepublik Deutschland
  4. Die Einzelunternehmung
  5. Personengesellschaften
  6. Kapitalgesellschaften

 

Hilfe bei den Gründungsformalitäten

Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, wird von der Politik nicht allein gelassen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist die Hoheitsbehörde und bietet auf seinem Internetportal hilfreiche Informationen für Startups und Unternehmensgründer. Arbeitsagenturen sind ebenfalls gute Ansprechpartner. Sie vermitteln Seminare zu allen Themenbereichen, die mit einer Existenzgründung in Zusammenhang stehen. Dieser Service steht auch Personen offen, die nicht arbeitssuchend gemeldet sind. Auch Unternehmensberater begleiten professionell Menschen, die sich selbständig machen möchten. Sie beraten sehr detailliert über die unterschiedlichen Gründungsformalitäten, das Mindeststartkapital und Förderprogramme. Zahlreiche Einrichtungen helfen bei der Erstellung eines Businessplanes sowie einer realistischen Finanzierungsplanung. Die Kosten solcher Dienstleistungen können ferner als Gründungskosten steuerlich abgesetzt werden. 

Die gesetzlichen Vorgaben einer Firmengründung sind abhängig von der gewählten Unternehmensform. So benötigen Freiberufler keine Gewerbeanmeldung. Es gibt zahlreiche Berufe, die als Freiberufler ausgeübt werden können wie Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten, Architekten, Steuerberater, Heilpraktiker, Hebammen oder Autoren. Freiberufler unterliegen dem Einkommensteuergesetz und müssen ihre Einnahmen mit ihrer Steuererklärung dem zuständigen Finanzamt nachweisen. 
Branchen wie Handwerksbetriebe benötigen wiederum einen Fachkundenachweis wie etwa den Meisterbrief. Er berechtigt sie zur Einstellung und Ausbildung von Mitarbeitern. Die Gründungsformalitäten sind daher sehr unterschiedlich und sollten bei der Planung eines selbständigen Unternehmens vorab intensiv erfragt und recherchiert werden. 
Auch bei der Frage der Buchführung und Bilanzierung gibt es große Unterschiede innerhalb der einzelnen Rechtsformen. 

 

Übersicht der Rechtsformen von Unternehmen und der damit verbundenen Rechte und Pflichten*
  Einzel-unternehmen GbR UG GmbH AG
  Personengesellschaft
  Kapitalgesellschaft
  Gründung als Einzelperson möglich  ✔  ✖  ✔  ✔  ✔
  Gründung im Team möglich  ✖  ✔  ✔  ✔  ✔
  Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt (Gewerbeanmeldung)  ✔  ✔  ✔  ✔  ✔
  Anmeldung beim Finanzamt  ✔  ✔  ✔  ✔  ✔
  Mitglied bei Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer  ✔  ✔  ✔  ✔  ✔
  Eintragung im Handelsregister  ✖  ✖  ✔  ✔  ✔
  Notarbesuch notwendig  ✖  ✖  ✔  ✔  ✔
  Fantasie-Unternehmensname möglich  ✖  ✖  ✔  ✔ ✔ 
  Persönliche Haftung der Gründer / des Gründers  ✔  ✔  ✖  ✖  ✖
  Gründung ohne Mindestkapital möglich  ✔  ✔  ✖  ✖  ✖
  Buchführung nach EÜR - Einnahmen-Überschuss-Rechnung  ✔  ✔
  Bilanzierungspflicht
  Einkommensteuerpflichtig  ✔  ✔  ✖  ✖
  Gewerbesteuerpflicht  ✔  ✔  ✔  ✔
  Anrechnung eines Freibetrags für Gewerbesteuer möglich
  Körperschaftssteuerpflicht
  Pflicht zur Offenlegung des Jahresabschlusses
  Kleinunternehmerregelung möglich
   *alle Angaben ohne Gewähr          

 

 

Die häufigsten Unternehmensformen in Deutschland

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den Unternehmensformen und den gängigsten Rechtsformen von Existenzgründungen in Deutschland. Die zu wählende Rechtsform ist auch davon abhängig ob zum Beispiel neben- oder hauptberuflich gegründet wird, eine Team- oder Einzelgründung erfolgt oder ob und in welcher Höhe eine Haftung für den Gründer infrage kommt. 

 

Prozentualer Anteil der Rechtsformen von Unternehmen in Deutschland

Quelle: Statista.com

 

 

Die Einzelunternehmung

Mit über 2 Millionen registrierten Einzelunternehmern ist sie die am häufigsten gewählte Rechtsform und besonders für das Online Business, Finanzdienstleistungen oder den Einzelhändler geeignet. Bei dieser Form von Unternehmen ist der Eigentümer gleichzeitig Geschäftsführer und steht daher als Einzelkämpfer auch allein in der Verantwortung. Er kann frei entscheiden und muss seinen Gewinn nicht teilen. Allerdings haftet er bei Verlusten mit seinem gesamten Geschäfts- und Privatvermögen. Größere Investitionen sind bei dieser Rechtsform daher automatisch mit einem hohen Risiko verknüpft.
Der Einzelunternehmer ist umsatz- und einkommensteuerpflichtig. Erzielt er jedoch nur geringe Gewinne bis zu 17.500 EUR im Jahr, ist auch seine Buchführung sehr vereinfacht. In diesen Fällen ist es ausreichend, dem Finanzamt eine Einnahmen-Überschussrechnung vorzulegen, aus der seine Einnahmen und Ausgaben hervorgehen. Anders sieht es bei Kaufleuten im Sinne des Handelsgesetzbuches aus. Bei ihnen besteht eine Buchführungs- und Bilanzierungspflicht mit entsprechenden Veröffentlichungen. 

Auch eine Unternehmergesellschaft, sprich UG (haftungsbeschränkt), kann als Einzelunternehmen mit nur einer Person gegründet werden. Sie wird daher häufig als Mini GmbH bezeichnet und ist dennoch eine juristische Person. Theoretisch ist eine Neugründung mit einem Mindeststartkapital von nur 1 EUR möglich. Hinzu kommen natürlich die üblichen Gründungskosten. Die UG (haftungsbeschränkt) hat zur Auflage, dass 25 % ihres Jahresüberschusses in Rücklagen investiert werden müssen. Und zwar so lange, bis ein Stammkapital von 25.000 EUR erreicht ist und die UG (haftungsbeschränkt) in eine GmbH umgewandelt werden kann. Die UG haftet allein mit dem Gesellschaftsvermögen. Ein persönliches Haften der Gesellschafter erfolgt erst nach Eintragung in das Handelsregister. 

Personengesellschaften

Im Gegenzug zum Einzelunternehmen gibt es unterschiedliche Formen der Personengesellschaften. Zu ihnen zählen die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Offene Handelsgesellschaft (OHG), Kommanditgesellschaft (KG), GmbH & Co. KG sowie die seltenere Stille Gesellschaft. An einer Personengesellschaft müssen mindestens zwei Personen beteiligt sind. Eine solche Rechtsform bietet die Vorteile, dass das Firmenkapital von mehreren Teilhabern aufzubringen ist. Sie teilen sich damit die Verantwortung und haften gemeinsam für Verbindlichkeiten, die ebenso wie bei Einzelunternehmen das Firmen- und Privatvermögen betreffen. 

Personengesellschaften haben mehr Handlungsspielräume und genießen eine stärkere Kreditwürdigkeit. Im Einzelnen stellen sich ihre unterschiedlichen Rechtsformen wie folgt dar:


Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Für diese Unternehmensform ist weder Kapital, noch eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich. Sie muss lediglich beim Gewerbeamt angemeldet werden und repräsentiert den Zusammenschluss mehrerer Menschen, die gemeinsam wirken und das Unternehmensrisiko teilen. Sie haften neben dem Firmenkapital auch mit ihrem Privatvermögen. 


Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Mindestens zwei Gesellschafter mit gleichen Rechten und Pflichten schließen sich zu einer OHG zusammen. Ein Einlagevermögen muss vorhanden sein, eine gesetzliche Höhe hierzu gibt es jedoch nicht. Die OHG ist also als eine Solidargemeinschaft zu bezeichnen, bei der die eigene Mitarbeit eine tragende Rolle spielt. Ihre Gesellschafter haften mit ihrem Firmenvermögen und Privatbesitz, so dass ihr Engagement schon aus persönlichem Interesse heraus sehr hoch ist. 


Kommanditgesellschaft (KG)

Die KG ist traditionell für Familienunternehmen geeignet. Sie setzt sich aus einem Komplementär, der voll haftbar ist, sowie beliebig vielen Kommandantisten zusammen. Diese tragen mit eigenen Kapitaleinlagen zum Geschäftsvermögen bei, können jedoch nur bis zur Höhe ihrer finanziellen Beteiligung haftbar gemacht werden. Die Geschäftsführung obliegt allein dem Komplementär. Er trägt die Verantwortung und haftet zusätzlich mit seinem Privatvermögen. Vorteilhaft bei einer KG ist, dass immer neue Kommandantisten die Gesellschaft mit zusätzlichem Kapital unterstützen können und so ein Unternehmen effizient aufgebaut und erweitert werden kann. Die finanziellen Teilhaber erhalten ein Kontroll- und Widerspruchsrecht. Die Beteiligung an einem solchen Unternehmen bietet jungen Menschen eine gute Möglichkeit, von der Erfahrung des Komplementärs zu lernen und gleichzeitig ihre persönliche Karriere zu fördern. 


GmbH und Co. KG

Bei dieser Gesellschaftsform wird die monetäre Verantwortung auf das Unternehmensvermögen beschränkt. Die Gesellschafter sind also als Kommandantisten der KG zu betrachten, während die Gesellschaft mit beschränkter Haftung als Komplementär fungiert. Das Privatvermögen bleibt geschützt, da die Teilhaber nur bis zur Höhe ihrer Kapitaleinlage haftbar sind. Damit ist das finanzielle Risiko eingrenzbar, zumal die Geldgeber die Höhe ihrer Beteiligung selbst bestimmen können. 


Stille Gesellschaft

Bei einer Stillen Gesellschaft beteiligen sich außenstehende Menschen oder auch Betriebsangehörige mit Kapitaleinlagen. Sie werden weder namentlich benannt, noch ins Handelsregister eingetragen.
Die Entscheidung Einzelgründer vs. Teamgründung sollte daher stets von der Art des Unternehmens, dem Mindeststartkapital, der eigenen Risikobereitschaft und dem Wunsch nach persönlicher Verantwortung abhängig gemacht werden. FINAVI bietet jungen Menschen, die ihren Weg in die Selbständigkeit suchen, umfangreiche Unterstützung an. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmer mit wenig Erfahrung in der Wirtschaftswelt verstehen wir uns als intelligentes Finanzmanagement, bei dem Sie Ihre Buchungsvorgänge stets im Überblick haben und vorausschauend mit Ihrem Geschäftskonto planen können. FINAVI ist ferner ein kompetenter und zuverlässiger Partner in den Bereichen Kredite und Versicherungen. Selbstverständlich können Sie unsere umfangreichen Serviceleistungen auch unverbindlich testen. 

 

Kapitalgesellschaften

Ergänzend zu der Einzelunternehmung sowie der Personengesellschaft möchten wir Ihnen auch die Kapitalgesellschaften vorstellen. Im Sinne des Gesetzes handelt es sich bei ihnen um eine juristische Person. Vorstand und Aufsichtsrat vertreten diese Unternehmen. Die am häufigsten vertretenen Kapitalgesellschaften sind die Aktiengesellschaft, also die AG, sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung


Aktiengesellschaft (AG)

Die AG ist börsenorientiert. Ihre Aktionäre sind finanzielle Teilhaber ohne Befugnisse, jedoch mit Stimmrecht bei Versammlungen. Finanzielle Vorteile ergeben sich durch Dividenden und positive Börsenentwicklungen ihrer Aktien. Die Haftbarkeit der Aktionäre beschränkt sich auf die Höhe ihrer Aktienbeteiligungen. 


Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Auch sie ist eine Kapitalgesellschaft, die jedoch aus nur einer einzigen Person bestehen kann. Ein Stammkapital von mindestens 25.000 EUR ist Pflicht, ebenso wie die Eintragung in das Handelsregister. Bei dieser Unternehmensform können sich beliebig viele Gesellschafter mit unterschiedlichem Kapitaleinsatz beteiligen und dadurch das individuelle Risiko minimieren. Denn wie der Name es zum Ausdruck bringt, ist die Haftungspflicht auf die finanzielle Einlage beschränkt.


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