Wo gibt es finanzielle Starthilfe für Unternehmensgründer?

11 Monaten
Gründerin im Startup-Büro

Über 2000 Förderprogramme gibt es für junge Unternehmensgründer in Deutschland, von regionalen Stellen, dem Bund oder der EU. Da ist es schwierig für Gründer, den Überblick zu behalten – zumal Gründung nicht gleich Gründung ist. Wer eine Tischlerei gründen will, braucht eine andere Finanzierung als jemand, der sich mit einem Friseursalon selbstständig macht oder ein Restaurant eröffnen will.

Wer eine Finanzierung beantragt, sollte sich also vorher genau anschauen, ob das jeweilige Förderprogramm für sein Unternehmen vorteilhaft ist. Dabei hilft unter anderem die Online-Förderdatenbank der Bundesregierung. Hier eine kleine Übersicht der gängigsten Formen der Förderung.

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Firmenkredit
  2. Mikrokredite
  3. Bürgschaft
  4. Zuschuss zur Existenzgründung

 

Firmenkredit

Der klassische Kredit ist ein sehr beliebtes Fördermittel bei jungen Gründern. Dabei leiht man sich Geld von einer Bank und zahlt es in Raten – und mit Zinsen – zurück. Der Knackpunkt: Die Bank muss überzeugt sein, dass das Unternehmen auch profitabel sein wird und sie ihr Geld nicht verliert. Banken bieten in der Regel Kredite für Unternehmen an, die bereits am Markt sind, aber es gibt auch Förderbanken, die sich insbesondere auf Existenzgründer spezialisiert haben.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist die weltweit größte nationale Förderbank sowie nach Bilanzsumme die drittgrößte Bank Deutschlands. Sie ist bundesweit aktiv und bietet unter anderem den KfW Gründerkredit an, zur Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen. Allerdings läuft Beantragung und Bewilligung über die eigene Hausbank – und die sollten Gründer besonders durch gute Vorbereitung, wie z.B. einen Businessplan, Schufa-Selbstauskunft, etc. überzeugen.

 

Mikrokredite

Ein Mikrokredit funktioniert ähnlich wie ein Kredit, allerdings ist die Summe des Darlehens niedriger (meist sind es mehrere tausend Euro) und der Kredit muss nicht von einer Bank vergeben werden. Es gibt eigene, eingetragene Mikrokreditinstitute, bei denen auch Privatpersonen schnell einen Mikrokredit beantragen können. Die Bundesregierung stützt die Mirkokreditvergabe sogar durch einen eigenen Fonds, der bei der GLS Bank liegt. Über einen Mikrokrediteanbeiter können Kunden Geld aus diesem Fond beantragen. Die Höhe ist bis zu 20.000 Euro festgelegt. Zwar müssen für einen Mikrokredit weniger Sicherheiten aufgewendet werden als bei einer Bank – in der Regel reicht eine Bürgschaft – allerdings sind die Summen geringer und der Mikrokredit wird oft in Raten ausgezahlt, der Gründer bekommt also nicht direkt das ganze Geld. Mittlerweile gibt es auch Mikrokreditinstitute, die Geld von Privatpersonen an Privatpersonen vermitteln, wie z.B. Auxmoney. Eine Übersicht über Mikrokreditanbieter gibt es bei Vergleichsportalen.

 

Bürgschaft

Bei der Beantragung eines Kredits verlangen Banken meist finanzielle Sicherheiten. Kann der Kreditnehmer diese nicht vorweisen, kann er oftmals mit einer Bürgschaft punkten. Das kann zum einen eine Person aus dem privaten Umfeld sein, die sich verpflichtet im Falle eines Zahlungsausfalles in die Bresche zu springen, oder eine Bürgschaft von einer Bürgschaftsbank. Diese Bank kann – gegen eine Gebühr – eine Bürgschaft zur Verwendung bei der Hausbank ausstellen. Achtung, das lässt den Gründer aber nicht aus der Verantwortung im Falle einer Pleite! Ist der Unternehmer zahlungsunfähig und kann den Kredit bei der Hausbank nicht zurück zahlen, übernimmt zwar die Bürgschaftsbank den größten Teil des Ausfalls – wird aber natürlich trotzdem versuchen, das ausstehende Geld vom Bürgschaftsnehmer zurück zu bekommen. Eine Übersicht über Bürgschaftsbanken findet man beim Verband Deutscher Bürgschaftsbanken.

 

Zuschuss zur Existenzgründung

Arbeitslose können einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen. Wer Grundsicherung erhält, für den sind Einstiegsgeld und Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen möglich (Ausnahme: „Aufstocker“, die Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II parallel beziehen). Über die bewilligung zum Gründerzuschuss entscheidet der zuständige Sachbearbeiter, die Höhe bewegt sich im Rahmen von zusätzlichen 300 Euro zum ALG I. Um den Zuschuss beantragen zu können, sollten u.a. eine aussagefähige Beschreibung der geplanten Existenzgründung eingereicht werden, die Anmeldebescheinigung der selbstständigen Tätigkeit beim Gewerbeamt und die Anmeldebescheinigung vom Finanzamt.

Das sind nur einige Formen, über die Unternehmensgründer Geld für ihre Pläne bekommen können. Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel Startkapital bei Freunden und Verwandten einsammeln oder per Crowdfunding-Kampagne von Fremden einnehmen. Eine Übersicht über die derzeitigen Plattformen gibt es hier.

Wofür sich ein Gründer am Ende entscheidet, hängt von seiner individuellen Lebens- und Finanzsituation ab. Wer noch mehr lesen möchte, dem sei der Beratungsservice der IHK-Stellen, die es in allen größeren Städten gibt, zu empfehlen. Generell gilt allerdings, dass jeder Gründer sich erst einmal seiner eigenen finanziellen Situation bewusst sein sollte, um sich dann für die richtige Finanzierungsoption zu entscheiden.


Ratgeber - Firmenkredit für die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen
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