Checkliste Unternehmensgründung KMU

1 Jahr
Gründerin am Schreibtisch sitzend vor PC

Unternehmensgründungen bedürfen einer gewissen Vorbereitungszeit. Neben einer herausragenden Geschäftsidee, Analysen zum gewünschten Standort, detaillierten Recherchen zu den gewünschten Zielgruppen und vielen weiteren Faktoren ist eine Flut von Formalitäten erforderlich, bevor ein Unternehmen seine Tätigkeit beginnen kann. Unsere Checkliste Unternehmensgründung für KMU ist daher für alle Existenzgründer und Start-ups ein wichtiges Instrumentarium für einen fundierten und erfolgreichen Start in die Selbständigkeit.

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Definition KMU
  2. Relevante Unternehmensformen der KMU
  3. Die Finanzierung als Sprungbrett einer Neugründung
  4. Weitere wichtige Faktoren bei Existenzgründungen
  5. Was eine Unternehmensgründung noch erfordert 
  6. FINAVI an Ihrer Seite 
  7. Die wichtigsten  Punkte der Checkliste Unternehmensgründung für KMU im Überblick 

 

Definition KMU

Hinter der Bezeichnung KMU verbirgt sich die Definition "kleine und mittlere Unternehmen". Sie stellen in der Europäischen Union nahezu 99 % aller Unternehmen dar und repräsentieren daher das Herzstück der Wirtschaft in Deutschland und Europa.
Zu kleinen und mittelständischen Unternehmen zählen Betriebe mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von maximal 50 Millionen EUR. Unterteilt werden die KMU ferner in kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von maximal 10 Millionen EUR. Die Kleinstunternehmen bestehen häufig aus einem einzigen, allein verantwortlichen Unternehmer oder kleinen Betrieben bis höchstens 10 Mitarbeitern. In diesen Fällen wird ein Jahresumsatz von maximal 2 Millionen EUR zugrunde gelegt, der in der Regel jedoch nicht erzielt wird.

Die KMU sind die tragenden Säulen der Wirtschaftskraft eines Landes. Hinter ihnen verbirgt sich der Mittelstand, der die ökonomischen Schultern eines Landes darstellt. Es sind die KMU, die der Staat für seine Steuereinnahmen braucht und die für die berufliche Zukunft unzählig vieler Menschen eine herausragende Rolle spielen.

 

Unternehmensformen der KMU

Generell wird bei den Unternehmensformen zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterschieden. Einen der Hauptaspekte bei der Unternehmensform spielt die Betrachtung der Rechtsform, die im Wesentlichen die steuerlichen sowie rechtlichen Aspekte des Unternehmens festlegt.  Im Folgenden werden die wichtigsten Unternehmensformen bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen näher vorgestellt:

Einzelunternehmen und Kleinstunternehmen

Hierunter fallen Unternehmer, die allein verantwortlich sind und Firmen, die bis zu 10 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von 2 Millionen EUR nicht überschreiten. Einzelunternehmer haften jedoch mit ihrem gesamten Betriebs- und Privatvermögen für alle Unternehmensschulden. In Deutschland wird der Großteil aller Unternehmen zunächst alleine gegründet.

Personengesellschaften

Die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) ist bei den als Personengesellschaft gegründeten Unternehmen die favorisierte gewählte Rechtsform, da hierfür eine Anmeldung beim Gewerbeamt genügt. Eine bestimmte Gründungskapitalsumme wird nicht vorausgesetzt. Allerdings haftet auch hier der Einzelunternehmer mit seinem privaten und betrieblichen Vermögen.

Bei der OHG - Offene Handelsgesellschaft ist hingegen eine Eintragung in das Handelsregister erforderlich. Eine unbeschränkte Haftung mit Betriebs- und Privatvermögen ist auch hierbei Voraussetzung dieser Rechtsform.

Anders sieht es bei der Kommanditgesellschaft (KG) aus. Hier kann das Vermögen durch Kommandantisten eingebracht und die Haftung der Gesellschafter begrenzt werden.

Kapitalgesellschaften

Zur Auswahl stehen die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) sowie die Aktiengesellschaften (AG). Bei beiden Unternehmensformen haften die Gesellschafter nur in Höhe ihrer jeweiligen Einlage, eine festgelegte Mindeskapitalsumme ist Voraussetzung für eine Gründung. Das Minimum-Stammkapital für eine GmbH beträgt aktuell 25.000 Euro. 

Bei der UG (haftungsbeschränkt) handelt es sich nicht um eine eigenständige Rechtsform sondern um eine Variante der GmbH - die komplementär zur Limited in England gesehen werden kann. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist besonders attraktiv für kleinere gewerbliche Unternehmen, da sie die Haftung der Gründer beschränkt und bereits ab einem Euro Stammkapital gegründet werden kann. Der formelle bzw. bürokratische Aufwand ist demgegenüber vergleichbar mit einer regulären GmbH. Im Gegensatz zu Einzelunternehmen, GbR sowie Freiberuflern gehört bei  der Gründung einer GmbH sowie der UG (haftungsbeschränkt) auch der Besuch beim Notar sowie der Eintrag ins Handelsregister zur Gründung verpflichtend dazu. Weiterhin besteht eine Bilanzierungspflicht und die Pflicht zur Offenlegung des Jahresabschlusses. 

Bei Kapitalgesellschaften - außer der UG (haftungsbeschränkt) - handelt es sich in der Regel um große Wirtschaftsunternehmen, die sowohl von ihrer Mitarbeiteranzahl als auch ihren Umsätzen her mehr als 50 Millionen EUR jährlich erwirtschaften und daher in der Regel nicht der KMU-Definition entsprechen.

 

Die Finanzierung als Sprungbrett einer Neugründung

Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensgründung ist die finanzielle Planung. Sie wird idealerweise in Verbindung mit einem detaillierten Businessplan erstellt, in dem Aussagen über Start und Wachstum in Zahlen prognostiziert und dokumentiert werden. Die Kalkulation der Finanzen und Steuern sind ebenso wie die Einbeziehung von Gebühren für Anmeldungen bei Behörden, Kosten für Schutzrechte, etc. bedeutende Elemente, die zu einer realistischen finanziellen Unternehmensplanung gehören.

Wer ein Unternehmen gründen möchte, braucht selbstverständlich Startkapital. Je nach Geschäftsausstattung und Ausrichtung des Unternehmens kann die Höhe des Startkapitals sehr unterschiedlich ausfallen.

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Weitere wichtige Faktoren bei Existenzgründungen

Für die Checkliste Gründung für kleine und mittlere Unternehmen sind die folgenden Punkte besonders relevant:

Steuernummer

Ab dem Start eines Gewerbes werden sie regelmäßig in Kontakt mit dem Finanzamt kommen. Für eine steuerliche Erfassung beantragen Sie im ersten Schritt bei Ihrem zuständigen Finanzamt eine Steuernummer, dazu muss lediglich ein Fragebogen zum gewerbe ausgefüllt werden. Ohne die Steuernummer dürfen Sie Ihr Unternehmen gar nicht erst betreiben. Wenn Sie zusätzlich als Unternehmer Waren oder Deinstleistungen innerhalb der Europäischen Union umsatzsteuerfrei handeln möchten, ist darüber hinaus die Beantragung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beim Bundeszentralamt für Steuern erforderlich. Mit Hilfe der USt-Id ist eine EU-weite eindeutige Kennzeichnung von Unternehmen möglich.

Zulassungen und Genehmigungen

Je nach Gewerbe, ist es wichtig zu prüfen, ob Zulassungen oder Genehmigungen für die Ausübung des Gewerbes eine zwingende Voraussetzung sind. Im Gewerbeamt wird ferner die Namensgebung überprüft. Fantasienamen sind in der Regel nur bei Kapitalgesellschaften möglich. In Betrieben, in denen ein Umgang mit Lebensmitteln vorgesehen ist, wird weiterhin eine Zulassung durch das Gesundheitsamt unausweichlich, Imbiss- und Gaststättenunterrichtung gehören dazu ebenso wie regelmäßige Hygieneprüfungen. Die Gesundheitsbehörden nehmen dabei auch eingehende Kontrollen vor Ort vor. Zum Handwerksbetrieb ist in den meisten Fällen den Abschluss einer Meisterprüfung notwendig. Tätigkeiten wie das Bewachungsgewerbe oder auch Taxiunternehmen benötigen eine vorherige Sachkundeprüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Es ist auf jeden Fall anzuraten, sich vor Gründung eingehender über die jeweiligen Erlaubnispflichten für das jeweilige Gewerbe zu informieren.

Steuerberater

Ziehen Sie wenn möglich einen Steuerberater zu Hilfe. Er muss Ihre Mitarbeiter anmelden, falls Sie beabsichtigen, welche einzustellen, damit die Sozialversicherungsabgaben gewährleistet sind. Außerdem gibt er Ihnen wertvolle Tipps, was Sie absetzen und wo Sie Steuern sparen können. Bitte beachten Sie auch, dass Ihr Steuerberater Einsicht und Berechtigungen in Ihr FINAVI Geschäftskonto erhalten kann, sollten Sie dies wünschen. In vielen Fällen erleichtert dies die Zusammenarbeit enorm.

 Marken- und Patentrechte

Prüfen Sie vor der Aufnahme des Gewerbes, ob Patentrechte und andere Schutzrechte gewahrt sind. Zudem ist es aus markenrechtlicher sowie marketingrelevanter Sicht ratsam, sich eingehender mit dem Namen des Unternehmens zu beschäftigen.

IHK und Handwerkskammer

Eine Eintragung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer ist Pflicht und mit Kosten verbunden. Befreit hiervon werden nur solche Kleinstunternehmen, deren Jahresumsatz 5.200 EUR nicht überschreitet. Bei einer Gewerbeanmeldung werden Finanzamt und IHK automatisch über Ihre selbständige Tätigkeit informiert. Die IHK wird sich also unaufgefordert mit Ihnen in Verbindung setzen.
Selbständige Handwerker müssen sich nicht bei der IHK registrieren sondern bei der regionalen Handwerkskammer. Dies ist eine gesetzliche Vorgabe und darf nicht versäumt werden.

 

Was eine Unternehmensgründung noch erfordert

Existenzgründer brauchen Dynamik, Mut und Risikobereitschaft. All dies sind Eigenschaften, die monetär nicht zu bemessen sind. Verlieren Sie daher nicht die Geduld, wenn die Behördenmühlen sich nicht so schnell drehen, wie Sie es sich wünschen. Haken Sie auch beim Finanzamt immer wieder nach, wenn Ihre Steuer-Nr. zu lange auf sich warten lässt. Seien Sie sich also im Klaren darüber, dass für jede Unternehmensgründung eine Vorlaufzeit von mindestens sechs Monaten realistisch ist. 

 

FINAVI an Ihrer Seite

Mit FINAVI gewinnen Sie einen starken und kompetenten Partner, der insbesondere von Neugründern geschätzt wird, die nur wenige Erfahrungen mit Unternehmensfinanzen mitbringen. FINAVI bietet Ihnen daher weit mehr als ein Geschäftskonto, sondern integriert ein Aufgabenmanagement mit ein. Der Kredit- und Versicherungsservice rundet dieses leistungsstarke Geschäftskonto ab. Vertrauen Sie einem modernen, effizienten Online Banking, das Sie auch nach der Gründung Ihres Unternehmens professionell und kompetent an Ihrer Seite steht. 

 

Die wichtigsten Punkte der Checkliste Unternehmensgründung für KMU im Überblick

  • Haben Sie den bestmöglichen Standort ausgewählt?
  • Ist Ihre Krankenversicherung ausreichend?
  • Wer eine Gesellschaft gründen möchte, muss die Finanzen und Steuern von vornherein mit einkalkulieren
  • Beantragen Sie eine Steuernummer beim zuständigen Finanzamt
  • Vergessen Sie nicht zu prüfen, ob Zulassungen oder Genehmigungen nötig sind
  • Denken Sie daran, dass Sie Ihre Mitarbeiter anmelden müssen
  • Überlegen Sie sorgfältig Ihre Geschäftsausstattung
  • Wenn Sie eine Gesellschaft gründen, müssen Sie ein Geschäftskonto eröffnen
  • Planen Sie ausreichend Zeit für das Wachstum Ihres Unternehmens mit ein
  • Vergessen Sie nicht, dass FINAVI auch nach der Gründung für Sie da ist. 

 

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Checkliste Unternehmensgründung für KMU wichtige Informationen vermitteln konnten, die Ihren Start in die Selbständigkeit erleichtern und Sie dazu ermutigen, Ihre berufliche Karriere als Selbständiger mutig voran zu bringen.


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